
Die Goldkrone wurde seit der Währungsreform von 1892 als österreichisch-ungarische Goldwährung eingesetzt und bis in das Jahr 1915 geprägt. Der Begriff „Goldkrone“ wurde ausschließlich für die Goldmünzen verwendet. Banknoten trugen die Bezeichnung „Papierkronen“.
Da die Kronen Geldscheine vom Staat sowohl in Gold- als auch in Silbergeld ausgezahlt werden konnten, erzielten die 10, 20 und 100 Kronen Goldmünzen im privaten Handel einen Aufpreis und waren im Umlauf entsprechend selten anzutreffen. Die Goldkronen stellten als Nachfolger der Dukaten die historisch vorherrschende Handelsgoldmünze dar.
Das Münzbild zeigt ein Portrait von Franz Joseph I (1848-1916) auf der Vorderseite, während die Rückseite den doppelköpfigen kaiserlichen Adler abbildet. Unterhalb des Halsabschnitts des Portraits ist der Name des Stempelschneiders Stefan Schwartz als „ST. SCHWARTZ“ geprägt.
Die Umschrift der Bildseite lautet „FRANC IOS I D G IMP AVSTR REX BOH GAL ILL ETC ET AP REX HVNG“, ausgeschrieben „FRANC IOSEPH I DEI GRATIAE IMPERATOR AVSTRIAE REX BOHEMIAE GALICIAE ILLYRIAE ET CETERA ET APOSTOLI REX HVNGARIAE“ (Franz Joseph I. von Gottes Gnaden Kaiser von Österreich und König von Böhmen, Galizien und Illyrien sowie apostolischer König von Ungarn).
Das Motiv wurde über die gesamte Prägezeit nicht verändert, der Rand der Münze ist flach und beinhaltet die Inschrift „VIRIBVS VNITIS“ (= Viribus Unitis). Die Inschrift war der Wahlspruch von Franz Joseph I und bedeutet „mit vereinten Kräften“.
Die zwei kleinen Stückelungen der Goldkrone wurden erstmals 1892 geprägt. 1909 wurde das Duo anlässlich des kaiserlichen Regierungsjubiläums um die 100 Kronen Münze erweitert.
Bis 1912 wurden die 10 Kronen geprägt, die 20 und 100 Kronen bis ins Jahr 1915. Hierauf wurden mit diesen Jahreszahlen laufend Nachprägungen emittiert, die sich aufgrund des niedrigen Aufpreises auf den Materialwert vorzugsweise für Anleger eignen. Die Nachprägung der 10 Kronen wurde 1992 eingestellt, die 20 Kronen im Jahr 1989 und die 100 Kronen bereits 1988. Grund für die Einstellung war die Etablierung moderner Anlagemünzen, die sich letztlich in einer rapide sinkenden Nachfrage ausdrückte.
Sammler wenden sich eher gut erhaltenen historischen Stücken zu. Ein Entscheidungsmerkmal zwischen dem letzten Prägejahr und den Nachprägungen mit selber Jahreszahl ist nicht bekannt. Aufgrund der hohen Stückzahl von Neuprägungen ist bei einer vorliegenden Münze nur mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit von einem Originaljahrgang auszugehen.
Der österreichischen Kronen sind häufig im Fachhandel anzutreffen und für Anleger aufgrund des geringen Aufgelds der Nachprägungen besonders interessant. Zudem sind die Goldmünzen in allen EU-Staaten von der Mehrwertsteuer befreit.